Wegen Impfpflicht: ÖVP-Mandatar wechselt zur FPÖ

Paukenschlag in Wien

Wegen Impfpflicht: ÖVP-Mandatar wechselt zur FPÖ

Wolfgang Kieslich wechselt von der ÖVP zur FPÖ.

Um 10.30 Uhr gab die Wiener FPÖ eine Pressekonferenz zum Thema „Personelles“ – dabei gab es einen stadtpolitischen Paukenschlag. Wie oe24 im Vorfeld erfuhr, wird der Wiener ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Kieslich in den FPÖ-Gemeinderatsklub wechseln. Aus Ärger über die ÖVP-Linie zur Impfpflicht.  Kieslich war Verkehrssprecher der Türkisen und bis Dezember 2021 auch ÖVP-Bezirkschef in Simmering. Laut geltender Geschäftsordnung wird er formal nicht im FPÖ-Klub aufgenommen, sondern diesem als "wilder" Abgeordneter angehören. Teil der Fraktion könnte er nur werden, wenn er auch für die FPÖ kandidiert hätte.
 

Parteiwechsel nach 25 Jahren

Über 25 Jahre war der Gemeinderat ÖVP-Mitglied. "Heute ist sicher einer der einschneidesten Tage meines Lebens", so Kieslich. Mit dem  "Impfzwang" habe die ÖVP für ihn eine "rote Linie überschritten" und ihren "Pfad der Wahlfreiheit" verlassen. Er kritisierte auch die "Stigmatisierung" von Demo-Teilnehmern.

Kieslich machte in letzter Zeit auf sich aufmerksam, da er der letzte Ungeimpfte im Gemeinderat war. Mittlerweile habe er sich aber impfen lassen.

ÖVP: "Reisende nicht aufhalten"

Die ÖVP befand, dass man "Reisende nicht aufhalten" solle. "Die Volkspartei hat klare Werte. Wenn sich jemand offenbar mit diesen Werten nicht mehr identifizieren kann, ist der Schritt, die Partei zu verlassen, sicher die beste Lösung", kommentierte die türkise Stadtpartei in einer Aussendung den Wechsel.