Viele Probleme, wenig Entlastung

30 Millionen Euro Aufwand für Energie-Gutschein-Flop

Viele Probleme, wenig Entlastung: Österreicher bleiben auf Stromkosten sitzen.

Österreich. Statt die heimische Bevölkerung von den explodierenden Energiekosten zu entlasten, wird der Energiekostenaus­gleich von Finanzminister Magnus Brunner zur Farce: Vier Millionen heimische Haushalte bekommen seit knapp einer Woche den Energiekostenausgleich von 150 Euro per Post nach Hause geliefert – wer sich aber über schnelles Geld gegen die Teuerung freut, wird leider bitter enttäuscht: Erst auf die nächste Jahresabrechnung kann man den Gutschein ein­lösen. 40 Prozent der Haushalte rechnen frühestens ab Jänner ab – und bleiben somit nun fast ein Jahr auf ihren Kosten sitzen.

Nur Umsetzung alleine kostet uns 30 Mio. Euro

Zu teuer. Während die Entlastung also für die meisten ausbleibt, bereitet Brunners Bauchfleck-Bonus selbst immense Kosten für die Steuerzahler: Alleine für die Abwicklung des Gutscheins hat das Finanzministerium fast 30 Millionen Euro budgetiert.
Die Stromanbieter bekommen zusätzlich zu 1,5 Millionen Euro für die technische Umsetzung auch noch 7,5 Millionen Euro Aufwandsentschädigung – sofern alle Gutscheine eingelöst werden.

Umsetzung. Das System für die Einreichung ist viel zu kompliziert: Alleine die Webseite, wo bisher nur fast 30.000 Gutscheine online eingelöst wurden, kostete 350.000 Euro. Auch dort hatte man bereits mit technischen Problemen und zu komplizierten Dateneingaben zu kämpfen.

Wahre Kosten dürften noch viel höher ausfallen

Preisexplosion. Die Preisexplosion bei den Energiekosten geht weiter – beim Gutschein könnte sie noch bevorstehen. Denn die angesetzten 30 Millionen Eu­ro dürften wahrscheinlich nicht für die gesamte Umsetzung ausreichen. „Der tatsächliche Aufwand hängt davon ab, wie viele Gutscheine eingelöst werden“, heißt es aus dem Finanzministerium zu ÖSTERREICH. Schon jetzt beschweren sich Stromanbieter und Länder über höhere technische Kosten und Aufwände, dafür scheint das Budget knapp. Damit könnte vom Gutschein wieder nur eines bleiben: Kosten, auf denen die Steuerzahler sitzen bleiben