Nehammer Mikl

Politik-Insider

Wegen Chat-Affäre: Krisengipfel im Skiurlaub

Die neuen ÖVP-Chats trafen die Parteispitze mitten im Tiroler Skiurlaub.  Da passte es gut, dass man im selben Hotel logiert.

Der wohlverdiente Skitag war am Montag schon einmal verhagelt. Wie schon öfter verbringen Kanzler Karl Nehammer, NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner samt Familien gemeinsam die Semesterferien. Aktuell urlaubt das ÖVP-Trio in einem Ski-Resort in Tirol. POLITIK LIVE veröffentlicht den genauen Ort aus Sicherheitsgründen nicht.


Chat-Bombe schlug gleich doppelt ein

Doppelschlag. Bei bestem Skiwetter schlug am Dienstag gleich doppelt die Bombe ins beschauliche Tiroler Alpental ein: POLITIK LIVE berichtete von Chats, die mit ÖVP-Klubchef August Wöginger einen der wichtigsten ÖVP-Politiker mit Postenschacher in Verbindung bringen. Deshalb verlangt die WKStA nun auch die Auslieferung des Oberösterreichers.


»SPÖ bleibt Gsindl« – Mikl muss sich entschuldigen

„Gsindl“-Chat. Nicht nur das: Stunden später platzte via Standard eine neue Chat-¬Affäre über Postenschacher im Innenministerium, ein Chat betrifft Mikl-Leitner direkt: „SPÖ bleibt Gsindl. Schönen Skitag!“ hatte sie 2016, damals noch als Innenministerin, an einen Mitarbeiter gepostet.


Hektische Telefonate. Andere Hotelgäste berichten jedenfalls, dass die drei VP-Politiker den ganzen Tag am Telefonieren waren, auch von mehreren Sitzungen ist die Rede. Das Ergebnis des Krisengipfels: Mikl-Leitner entschuldigte sich noch am Abend per Presseaussendung für das „Gsindl“ bei der SPÖ. Und Nehammer veranlasste für den Dienstag die Bekanntgabe neuer Öffnungen, das hat er bei Sebastian Kurz gelernt: Das sollte die Schlagzeilen verblassen lassen.


Offiziell war zu den Krisenbesprechungen nichts zu erfahren. Aus ÖVP-Kreisen wurde betont, dass es kein Krisengipfel gewesen sei, denn Urlaube würden ja Monate vorab gebucht. Im Übrigen verbringe man schon seit Jahren den Skiurlaub miteinander.
Neuwahlen. SPÖ-Manager Christian Deutsch forderte am Dienstag jedenfalls erneut Neuwahlen: Die Chats zeigten, dass die ÖVP „die Republik als Selbstbedienungsladen“ verstehe.