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VdB bittet um Spenden: »Müssen etwas zusammenkratzen«

Im traditionsreichen Presseclub Concordia wird Alexander Van der Bellen um 10.30 Uhr seine Wiederkandidatur verkünden. Folgen Sie dem Live Ticker.

Diesmal ist es live und kein Video. Van der Bellen hat für Montagvormittag in den Presseclub Concordia geladen, um seine Wiederkandidatur quasi offiziell zu machen, im Oktober oder November wird der 78-Jährige sich um weitere 6 Jahre in der Hofburg bewerben. Seine Chancen stehen nicht schlecht, bisher haben alle Präsidenten es bei der 2. Wahl auf Anhieb geschafft.

Nicht einmal  eine halbe Stunde dauerte der Aufritt. 

Er fühle sich verpflichtet, in der aktuellen schwierigen Situation das Seinige dazu beizutragen, "dass wir insgesamt wieder auf den richtigen Weg kommen". Für diese Verantwortung fühle er sich heute besser gerüstet als noch vor fünf Jahren, als er "vergleichsweise ein junger Hupfer war".

Er ist alt genug, sagt VdB

Die Frage, warum er Österreich auch in den kommenden sechs Jahren "von ganzem Herzen" dienen wolle, beantwortet sich der 78-Jährige selbst: "Ich bin alt genug für dieses Amt. Ich habe die Lebenserfahrung, die Berufserfahrung, die man braucht." Es wäre ihm "eine große Ehre, aber nicht nur das, eine große Freude, für weitere sechs Jahre als Bundespräsident dienen zu dürfen", sagte er. Das gehe nur, wenn die Österreicher das auch so sähen: "Und in diesem Sinne ersuche ich Sie um Unterstützung im Herbst bei den Wahlen."

   Van der Bellen stellte sich in seinem knapp viertelstündigen Statement im Presseclub Concordia klar hinter die Sanktionen gegen Russland wegen dessen Aggression in der Ukraine. Die daraus resultierenden ökonomischen Opfer, die auch die Österreicher bringen müssten, seien der "Preis für Freiheit und Demokratie". Es müssten mutig klare Positionen bezogen werden. Denn sonst würden Nationalisten "und Putin-Freunde" versuchen, die entstandene Verunsicherung auszunützen und "nach der Macht zu greifen", betonte der Bundespräsident, der sich selbst als "absolut unabhängig" bezeichnete ("Ich brauche persönlich nichts") und einen "kurzen, konzentrierten" Wahlkampf versprach.

Radjaby wird Wahlkampfleiter

   Darunter versteht Van der Bellen, wie er in einer anschließenden Fragerunde präzisierte, etwa vier bis sechs Wochen vom September in den Oktober hinein. Seinen Wahlkampf leiten wird Martin Radjaby. Finanziell unterstützen werden die Kampagne die Grünen, deren Parteichef der Präsident dereinst ja war. Er hoffe auch auf andere, die an seiner Kandidatur interessiert seien: "Wir müssen schon etwas zusammenkratzen."

   Beim Wahlziel gab sich Van der Bellen nicht übermäßig ambitioniert: "Mehrheit ist Mehrheit, das ist so in einer Demokratie." TV-Konfrontationen mit anderen Anwärtern schloss der Präsident nicht per se aus: "Diskutieren tue ich ja gerne." Er werde sich sicher nicht zieren, "irgendwo aufzutreten", wenn sich das zeitlich mit seinen Amtsgeschäften ausgehe.

   Im Rückblick auf seine bisherige Amtszeit erinnerte Van der Bellen an den Skandal um das Ibiza-Video. Diese Sittenbilder und ihre Folgen hätten das Vertrauen der Österreicher in die Politik bis ins Mark erschüttert. Das sei aber lange noch nicht alles gewesen. "Wir alle waren noch dabei, ungläubig den Kopf zu schütteln, über das, was möglich war in unserer Republik", spielte er auf eine Aussage seines seinerzeitigen Stichwahl-Kontrahenten Norbert Hofer (FPÖ) an.

   An seinem damaligen "So sind wir nicht" hielt er fest und plädierte für eine Veränderung zum Guten. Dann sei die Pandemie gekommen, dann der "Kriegswahnsinn". Europa sehe seine Zukunft in Frieden und Freiheit, die es zu schützen und verteidigen gelte. Europas Wirtschaft müsse "unabhängig von Tyrannen, die am Gashahn und am Bohrloch sitzen", werden. Auch die Klimakrise sprach er an: "Wir müssen uns retten und unsere Kinder."
 

 10:57

Kogler-Mitarbeiter jetzt bei VdB

Geleitet wurde der Auftritt übrigens von Stefan Götz-Bruha, der bisher Kommunikationschef von Vizekanzler Werner Kogler war. Er wird für die Wahlkampf offenbar freigestellt.

 10:56

Noch ein Schluck Wasser...

...und dann ist die Sache auch schon wieder zu Ende, der Präsident geht ab.

 10:55

Sparsamer Wahlkampf?

Gibt es Plakate? "Gute Frage", er wisse es noch nicht. Er glaube aber nicht, dass ein Wahlkampf völlig ohne Plakate möglich sei.

 10:54

Was erwartet er sich für ein Ergebnis?

"Ich würde sagen, Mehrheit ist Mehrheit", sagt VdB und gibt sich pragmatisch.

 10:53

VdB braucht Geld

Der Präsident will Spenden für den Wahlkampf sammeln: "Wir müssen da einiges zusammenkratzen". Er hoffe auf Unterstützung der Grünen, aber auch von anderen, die an seiner Kandidatur Interesse haben.

 10:51

Radjaby wird Wahlkampfleiter

VdB erklärt, dass es einen "unabhängigen Verein geben wird, "Wir für Van der Bellen" soll der heißen, Wahlkampfleiter wird Martin Radjaby, der schon bei ersten Mal dabei war. Er war früher Werbe-Chef der Grünen

 10:49

Keine Politshow

Er wolle keine Polit-Show abziehen: "Es wäre eine große Ehre dem Land, Ihnen dienen zu dürfen". Und weiter. "Ich bitte deshalb um Ihr Vertrauen."

 10:48

Verteidigung der Demokratie

VdB sieht die "liberale Demokratie in Gefahr!". Hören wir nicht die lauten Töne". Diskussion und dann der Kompromiss sei der Weg. "Die dunklen Zeiten sind nicht vorbei".

 10:46

Kandidatur sei Verpflichtung

"Dieses Land war immer gut zu mir" sagt VdB. Die Kandidatur sei deshalb eine Verpflichtung für ihn. Ein wichtiges Ziel: Dass vor allem Mädchen in eine gerechte Welt geboren würden.

 10:44

Er fühlt sich reifer

"In aller Bescheidenheit" sei seine Kandidatur jetzt nötiger als je zuvor. "Ich fühle mich reifer und besser für das Amt vorbereitet als beim ersten Mal" , sagt er. Je Spannender die Ereignisse seien, desto mehr liege ihm das Amt. Aber er wisse. "Nobody is perfect".

 10:43

Die Erde schafft es ohne uns

Dann ein Apell zum Klimaschutz, denn "die Erde käme ganz gut ohne uns Menschen aus."

 10:41

Dann kam der Kriegswahnsinn...

....sagt der Präsident. VdB ruft zur Verteidigung von Frieden und Demokratie auf, die Sanktionen gehen Russland seien der Weg dazu, auch wenn die Tyrannen am Bohrloch sitzen. VdB. "Wir müssen ehrlich sein, so schnell wird das nicht gehen", sagt er. Drohe eine Umstellung zur Kriegswirtschaft? "So weit würde ich nicht gehen", beruhigt er dann.

 10:39

VdB zieht weiter Bilanz

Der Präsident kommt jetzt zur Pandemie. "Ein Riss geht durch das Land", aber: "Wir müssen und wir werden die Pandemie überwinden", sagt er.

 10:37

Er ist alt genug

VdB startet mit einem Scherzchen. "Ich bin alt genug für das Amt" sagt der 78-Jährige. Dass es in seiner ersten Amtszeit gleich so dick kommen würde. war nicht vorauszusehen" sagt VdB dann mit Rückblick auf die vielen Krisen. "Erinnern Sie sich an Ibiza?", fragt VdB. Er habe Zuversicht verbreiten wollen. "Wir müssen dran glauben, dass eine Veränderung zum Besseren möglich ist."

 10:36

Er sagt Ja

Es geht los: Guten Tag, sagt VdB. "Ja, ich bewerbe mich erneut für das Amt. Ich möchte Österreich auch in den nächsten 6 Jahren vom ganzen Herzen dienen."

 10:31

Schlichtes Ambiente

Im Gegensatz zum Prunk der Hofburg, ist das Setting im Presseclub schlicht, ja sogar spartanisch. Eine weiße Wand mit VdB2022 genügt. So versucht man das Amt vom Kandidaten zu trennen.

 10:19

Wann ist die Wahl?

Das wird von der Bundesregierung festgelegt, mehr wird man wohl diese Woche erfahren. Theoretisch muss der Termin so gewählt werden, dass eine mögliche Stichwahl drei Wochen danach vor dem Datum der letzten Wahl stattfinden kann, also vor dem 4. Dezember. Das wäre dann der 13. November, Politik-Insider rechnen aber damit, dass die Wahl schon im Oktober stattfinden wird, ist es doch in der Adventszeit sehr schwierig, Wahlbeisitzer zu bekommen. Kolportiert werden der 16. oder 23. Oktober.

 10:15

VdB führt in den Umfragen haushoch

Van der Bellen kann jedenfalls mit seiner Wiederwahl rechnen, In der aktuellen Ergebung der Lazarsfeld-Gesellschaft für ÖSTERREICH kommt er auf 42 %,s eine möglichen Gegner zusammen aber nur auf 22 - das wäre ein Durchmarsch bereits im 1. Wahlgang.

 10:09

Willkommen im Presseclub Concordia

Die traditionsreichen Räumlichkeiten in der Bankgasse im 1. Wiener Gemeindebezirk waren schon oft Schauplatz wichtiger Ereignisse. Bruno Kreisky trat hier gerne auf, Präsidentschaftskandidaten von Waldheim über Klestil bis Fischer verkündeten ihre Kandidatur. Heute eben Alexander Van der Bellen.