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FPÖ Waldhäusl kämpft jetzt gegen "Lebendtier-Transportqual"

Die Eintragungswoche für das Volksbegehren "Stoppt Lebendtier-Transportqual" steht bevor und wird vom 2. bis 9. Mai über die Bühne gehen.

 Bisher wurden rund 275.000 Unterstützer verzeichnet. Der Initiator, Niederösterreichs Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ), forderte am Dienstag bei einem Pressetermin mit Tierschutz-Austria-Präsidentin Madeleine Petrovic, dass Tiere künftig nur noch "vom Bauern zu den nächstgelegenen, geeigneten Schlachthöfen transportiert werden" dürfen.

"Es reicht endgültig. Bis zu sieben Tage Tierqual im Lkw kreuz und quer durch Europa - diese Zustände müssen ein Ende haben", verlangte Waldhäusl. Er verwies darauf, dass täglich 3,8 Millionen Tiere "durch aller Herren Länder" transportiert würden, was jährlich 2,4 Milliarden entspreche. Bemängelt wurde zudem das Vorliegen von zeitlichen Beschränkungen: "Rinder, Schafe und Ziegen dürfen bis zu 30 Stunden ohne Ruhepause durch die Länder gekarrt werden, Schweine bis zu 24 Stunden. Die Gewinner dieser unsäglichen Tierquälerei: Einige wenige Großbetriebe, Profit geht vor Tierleid." Beim stundenlangen Transport würden Stresshormone gebildet, letztlich bekomme der Konsument "vergiftetes Fleisch".

Die Lösung stellt für Waldhäusl dar, dass die betroffenen Tiere künftig eben lediglich zu einem nahen Schlachthof transportiert werden dürfen. "Die weitere Verbringung des Fleisches ist nur noch gekühlt oder gefroren erlaubt", skizzierte der Landespolitiker, der gleichzeitig eine diesbezügliche gesetzliche Verankerung einforderte.

"Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass wirklich entschlossene Schritte gesetzt werden", hob auch Petrovic hervor - der Tiere wegen und aufgrund der aktuellen Situation um steigende Energiepreise. "Wer wie ich einmal das verzweifelte Schreien nicht entwöhnter österreichischer Kälber, die bis nach Spanien gekarrt werden, gehört hat, wird es nie vergessen", wurde geschildert. Als "besonders verwerflich" bezeichnete die Ex-Parteichefin der Grünen, dass ein "riesiger Anteil" tierischer Lebensmittel - etwa ein Drittel - schon bei den Handelsketten im Müll lande. Die Kosten dafür seien einkalkuliert. Ohne solche "Extra-Kosten könnte eine artgerechte Tierhaltung flächendeckend" finanziert werden.

Das Volksbegehren kann von 2. bis 9. Mai auf Gemeindeämtern bzw. online mittels Handysignatur unterschrieben werden. Schon vor der offiziellen Eintragungswoche übersprungen wurde die Schwelle von 100.000 Unterstützern, die für die Behandlung im Nationalrat maßgeblich ist. "Natürlich ist das Ziel, dass wir auf 500.000 Unterschriften mindestens kommen", blickte Waldhäusl voraus. Eine Bundesländer-Tour wurde für die kommenden zwei Wochen angekündigt, ebenfalls soll es zahlreiche begleitende Videobotschaften geben.

Die Grüne Landessprecherin Helga Krismer sieht das Volksbegehren als "reines Ablenkungsmanöver". "Gottfried Waldhäusl will hier von dem Chaos in seiner Asylpolitik ablenken und den medialen Fokus auf ein Volksbegehren legen, obwohl er selbst für Tierschutz zuständig ist."