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'Die Ukraine in ihrem Kampf unterstützen!'

Noch nie wäre ein Krieg durch Waffen beendet worden, behaupten geistige Irrläufer und argumentieren damit, man möge jetzt keine schweren Waffen an die Ukraine liefern.

Gleichzeitig warnen sie aber, dass diese Lieferungen eine „Provokation“ gegenüber Russland darstellen und endgültig den Dritten Weltkrieg auslösen könnten. Abgesehen davon, dass Kriege schon immer durch Waffen und nicht durch Bitten beendet wurden, ist diese Logik in sich nicht schlüssig. Verhalten wir uns nicht solidarisch mit dem ukrainischen Volk und lassen wir zu, dass Russland sich ein souveränes Nachbarland der EU einverleibt, ist das wohl die größte Provokation für einen Despoten wie Putin.

Es provoziert ihn dazu, sich noch mehr zu schnappen. Morgen vielleicht Moldawien, dann die baltischen Staaten, sogar Finnland wurde zuletzt unverhohlen gedroht. Die einzige Sprache, die geopolitische Rowdys wie Putin verstehen, ist die der Stärke.

Jahrelang schaute die EU weg, als Russland über ­Geheimoperationen ganze Regionen im ehemaligen Machtbereich destabilisierte oder seine hochgerüstete Armee skrupellos morden ließ. Das war die Einladung für Putin, den nächsten Schritt zu setzen. Wird ihm jetzt wieder erlaubt, Kinder und Frauen zu massakrieren, unterstützen wir nicht einmal die Selbstverteidigung eines Volkes durch die Lieferung von Waffen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn sich Putin bald Stück für Stück bedient.

Die EU muss sich endlich entscheiden, ob sie tatsächlich der Hort der Menschenrechte sein möchte oder nicht. Dazu gehört, dass man entschieden eingreift, wenn diese vor der Haustür vergewaltigt werden. Natürlich müssen wir der Ukraine schwere Waffen liefern, natürlich müssen wir sie in ­ihrem Kampf unterstützen.