Grasser-Urteil: ''Traurig, schockiert, erschrocken'': Jetzt spricht Grasser nach Schuldspruch

Affären

Grasser hat selben Richter wie Chorherr

In Steuerfrage steht Grasser vor dem wohl kompetentesten Richter im „Landl“.

Wien. Der Mann hat schon viel gesehen – und er ist bekannt, der Sache auf den Grund zu gehen. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser steht ab 13. Juni im Wiener Straflandesgericht vor Michael Tolstiuk. Vor jenem Tolstiuk, der 2015 einen Fahrradboten lud, um die Aussage Gernot Rumpolds zu überprüfen, der behauptet hatte, seine Arbeit habe 4 Aktenordner gefüllt. Tolstiuk checkte so, ob 4 Ordner in die entsprechende Botentasche passten. Was weiß man noch von ihm? Tolstiuk sammelt akademische Titel – Dipl-HLFL-Ing. MMMag. Tolstiuk, LL.M., MBA, LL.M ist die korrekte Anrede. Zeit dafür hat er im Zug von Wien ins heimatliche Natschbach (NÖ), wo die Familie den Mostkrug betreibt – die Surripperl gelten als Delikatesse.

In Prozessen bleibt Tolstiuk stets freundlich – lässt sich aber auch nichts vormachen. Der Grasser-Prozess ist zudem nicht der einzige Polit-Event am Landesgericht: Auch Ex-Grünen-Politiker Christoph Chorherr wird noch heuer – wegen Bestechlichkeit – vor ihm stehen.

Steuer-Millionen. Grasser dessen 8-Jahre-Buwog-Urteil noch nicht rechtskräftig ist, wird von der WKStA Steuerhinterziehung vorgeworfen – es geht um 4,38 Mio. Euro an Meinl-Provisionen. Grasser schiebt die Verantwortung auf seinem Berater. Es gilt die Unschuldsvermutung.